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Wasserstoffstrategie: Import von grünen Gasen muss quellenneutral sein

Deutschland hat sich den Import grüner Energie auf die Fahne geschrieben. Eigentlich geht es dabei nur um Wasserstoff. Andere erneuerbare Gase, die schneller zum Klimaschutz beitragen können, werden in der Diskussion vermisst.

Wer A sagt, muss auch B sagen. Import grüner Gase muss quellenneutral möglich sein

Von allen verfügbaren Biokraftstoffen kann mit Biomethan die mit Abstand höchste THG-Reduktion erzielt werden. Derzeit nutzen rund 100.000 Fahrzeuge in Deutschland Erdgas als Kraftstoff – würden diese komplett auf Biomethan umgestellt, könnten pro Jahr zusätzlich 1,5 Mio. Tonnen CO2eq-Emissionen eingespart werden. 100 % Biomethan an den deutschen CNG-Tankstellen wäre bis 2021 möglich – ohne Zusatzkosten für die Betreiber. Auch LNG-Tankstellen können auf verflüssigtes Biomethan umstellen und 100 % BioLNG vertanken. Der Absatz von Biomethan steigt bereits: Im Juni 2020 lag der Biomethananteil am CNG-Kraftstoff bei rund 75 %. Um das weitere Nachfragepotenzial zu decken und das THG-Minderungspotenzial auszuschöpfen, wäre kurzfristig der Import von Biomethan aus dem EU-Ausland erforderlich.

Hintergrund: Importbeschränkung von Biomethan als kraftstoff

2017 urteilte der EuGH in einem schwedischen Fall, dass der Import von Biomethan über das Gasnetz grundsätzlich erlaubt sein muss. Einige Länder änderten daraufin ihre Importpraxis. Deutschland hat den Beschluss der höchsten EU-Richter bislang noch nicht umgesetzt.